

NEUKIRCHNER Heimatfreunde
Vorsitzender: Falk Lucius
c/o Mörnerstraße 55, 09629 Neukirchen


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Station 04
Forsthaus und Sattlerei

Kupferstich 1600, Forstarbeiten
Im Erbregister von Neukirchen wird im Jahr 1567 Brosius Grosse als Besitzer der Gartennahrung genannt. Nach seinem Tod veräußerte seine Witwe den Besitz im Jahre 1589 an ihren Sohn.
Um 1635 kaufte der kurfürstliche Förster Hans Hennig das Grundstück. Im Jahr 1655 überließ er dem Lehn- und Gerichtsherren Wolf Günter von Carlowitz ein Stück Feld im Umfang von drei Scheffeln. Anstelle einer Bezahlung erließ dieser ihm sowie allen späteren Besitzern die Dienste, Zinsen und sonstigen Beschwerungen gegenüber dem Rittergut. Auf diese Weise wurde das Grundstück zu einem sogenannten „Freigarten“. Hans Hennig starb 1679. Sein jüngster Sohn, der Förster Elias Hennig, erwarb die Gartennahrung im Jahr 1686 für 200 Gulden von den Erben.
Im Jahr 1695 kaufte eine vom Kurfürsten eingesetzte Kommission das Anwesen von Elias Hennig für 300 Gulden. Die Gartennahrung wurde nun für mehr als 120 Jahre als Forsthaus und ständiger Wohnsitz der Neukirchner Förster bestimmt. Bemerkenswert ist dabei, dass die künftigen Förster ausschließlich Neukirchner Bier als Tischtrunk verwenden durften.
Der erste Förster, der in dieses Forsthaus einzog, war Hans Christian Gröhner. Mit der Umwandlung der Försterei Neukirchen in eine Gehegejägerstelle um 1816 wurde das Forsthaus schließlich nicht mehr benötigt und sollte daher verkauft werden.
Gottlob Grellman gab ein Kaufgebot von 600 Talern ab. Der Richter von Neukirchen, Johann Gottlieb Preußer, bot hingegen lediglich den Mindestpreis von 530 Talern. Daraufhin ermahnte ihn die Amtsperson, ebenfalls 600 Taler zu bieten, damit ihm das Forsthaus zugesprochen werden könne. Gegenüber dem anderen Bieter war dies kein gerade faires Verfahren.
Weitere Besitzer folgten. Um 1888 wird der Sattlermeister und Tapezierer Eduard Krumfer genannt. Damit wurde aus dem alten Forsthaus eine Sattlerei, die um 1893 von Clemens Milde weitergeführt wurde.
Um das Jahr 1910 erwarb der Sattlermeister Clemens Berge das Grundstück. Im November 1938 verkaufte er es an seinen Sohn Arthur Berge. Als Sattlermeister führte Arthur den Betrieb fort und reparierte bis 1975 alles aus Leder: vom Reitsattel über Zaumzeug und Kummet bis hin zum Schulranzen und zur Brieftasche.
Seit 1986 gehören sein Sohn Gunter Berge und dessen Frau Annerose zu den Eigentümern. Das ehemalige Sattlergebäude wurde zu einem Wohnhaus umgebaut und wird bereits von der nächsten Generation modernisiert und bewohnt.
Drohnenflug 2026
Ein herzliches Dankeschön an alle Eigentümerinnen und Eigentümer sowie deren Nachbarschaft! Durch euer Verständnis und eure Unterstützung konnten wir die Drohnenaufnahmen der bedeutendsten Gebäude Neukirchens für die Aktion „Ritt durch Neukirchen“ erfolgreich realisieren. Ein besonderer Dank gilt unserem Drohnenpiloten Peter Neuber für seinen professionellen Einsatz.
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